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Wie Renephro individuelle Dialyse technisch möglich macht

  • franziskaloewandow
  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Individuelle Dialyse ist medizinisch sinnvoll. Gleichzeitig stellt ihre Umsetzung im klinischen Alltag eine Herausforderung dar.


Dialysezentren benötigen sichere, effiziente und standardisierte Abläufe. Jede zusätzliche Komplexität kann Arbeitsprozesse verlangsamen oder Risiken erhöhen. Deshalb geht es bei Innovation nicht nur um medizinische Optimierung, sondern auch um die Frage, wie sich Verbesserungen sicher und praktikabel in bestehende Strukturen integrieren lassen.


Konventionelle Hämodialyse basiert auf standardisierten Dialysatlösungen. Dieses Vorgehen ermöglicht stabile Prozesse, einfache Logistische Abläufe und eine zuverlässige Gerätesteuerung. Eine dynamische Anpassung während der laufenden Behandlung ist technisch anspruchsvoll, da sie eine präzise Steuerung erfordert, höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen muss und bestehende Arbeitsabläufe nicht beeinträchtigen darf. Zudem sollte sie mit unterschiedlichen Dialysesystemen kompatibel sein. In der Praxis bedeutete Individualisierung daher häufig zusätzlichen manuellen Aufwand oder komplexe Systemanpassungen, die im Alltag nur schwer umsetzbar sind.


Der Ansatz von Renephro setzt bewusst nicht im Blutkreislauf an, sondern im Dialysatkreislauf. Die Anpassung erfolgt dort, wo die Zusammensetzung der Dialyseflüssigkeit ohnehin gesteuert wird. Dadurch ist keine zusätzliche Intervention am Patienten notwendig. Gleichzeitig können bestehende Sicherheitsmechanismen der Dialysegeräte genutzt werden. Dieser Weg ermöglicht eine kontrollierte Anpassung innerhalb eines etablierten und überwachten Systems.


Statt mit einer festen Dialysatrezeptur zu arbeiten, erlaubt die Technologie eine kontinuierliche Anpassung der Elektrolytzusammensetzung während der Behandlung. Diese Echtzeitsteuerung schafft die Möglichkeit, Veränderungen kontrolliert und bedarfsgerecht zu gestalten. Es geht dabei nicht darum, Werte ständig zu verändern, sondern Übergänge so zu steuern, dass stabile physiologische Bedingungen unterstützt werden.


Ein entscheidender Aspekt ist die automatisierte Steuerung innerhalb definierter Sicherheitsgrenzen. Individualisierung darf nicht von zusätzlicher manueller Bedienung abhängen. Die Anpassungen erfolgen kontrolliert, kontinuierlich überwacht und im Einklang mit bestehenden Gerätesicherheiten. Ziel ist eine präzisere Therapie, ohne zusätzliche Risiken oder erhöhte Komplexität.


Ebenso wichtig ist die Integration in bestehende Abläufe. Die Technologie wurde so konzipiert, dass sie mit vorhandenen Dialyseumgebungen kompatibel ist. Die Behandlungszeit verlängert sich nicht und grundlegende Änderungen der Routine sind nicht erforderlich. Dadurch bleibt der Ablauf stabil, während die Therapie präziser gesteuert werden kann.


Im Dialysealltag tragen Pflegekräfte eine hohe Verantwortung und arbeiten unter erheblichem Zeitdruck. Zusätzliche manuelle Anpassungen oder komplexe Prozesse erhöhen die Belastung. Automatisierte Individualisierung kann dazu beitragen, manuelle Eingriffe zu reduzieren, Abläufe zu vereinfachen und die Überwachung zu unterstützen. So entsteht mehr Raum für die direkte Betreuung der Patientinnen und Patienten.


Individuelle Dialyse muss nicht im Widerspruch zu Sicherheit, Effizienz und etablierten Prozessen stehen. Durch die Anpassung im Dialysatkreislauf, automatisierte Steuerung und Integration in bestehende Systeme wird Individualisierung praktikabel. Innovation bedeutet in diesem Zusammenhang nicht mehr Komplexität, sondern eine präzisere Behandlung, die sich nahtlos in den klinischen Alltag einfügt.


In den kommenden Dialyse-Dienstagen zeigen wir, wo wir aktuell stehen und was die nächsten Schritte zu einem individuelleren Dialysealltag sind.


 
 
 

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