Warum Dialyse auch für dich ein Thema ist!
- franziskaloewandow
- 3. März
- 2 Min. Lesezeit

Viele Menschen denken bei Dialyse an eine lebensverlängernde Therapie für wenige, schwerkranke Patient:innen. Doch die Realität ist: Chronische Nierenerkrankungen sind eine der größten, oft unterschätzten gesundheitlichen Herausforderungen weltweit, und sie können prinzipiell jeden betreffen, unabhängig von Alter oder bisherigem Gesundheitsstatus.
Wie verbreitet sind Nierenerkrankungen?
Nach aktuellen wissenschaftlichen Analysen waren im Jahr 2023 schätzungsweise 788 Millionen Erwachsene weltweit von chronischer Nierenerkrankung (CKD) betroffen, was etwa 14 % der erwachsenen Bevölkerung entspricht. Diese Zahl hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt, als noch rund 378 Millionen Menschen betroffen waren.
Chronische Nierenerkrankungen gehören inzwischen zu den Top-10-Todesursachen weltweit und führten 2023 zu etwa 1,48 Millionen Todesfällen.
Woran liegt das?
Die Niere hat eine erstaunliche Reservekapazität. Noch wenn sie bereits teilweise geschädigt ist, können betroffene Menschen lange symptomfrei bleiben. Typische Frühsymptome wie Müdigkeit, Wassereinlagerungen oder Bluthochdruck werden häufig anderen Ursachen zugeschrieben, sodass die Erkrankung oft erst spät erkannt wird.
Es sind vor allem Risikofaktoren, die zunehmend verbreitet sind, die Nierenerkrankungen antreiben z. B.:
Bluthochdruck: Schädigt mit der Zeit die Feinfilter der Niere.
Diabetes: Erhöht die Belastung der Nieren durch erhöhten Blutzuckerspiegel.
Übergewicht & ungesunder Lebensstil: Verstärken die Risiken für Bluthochdruck und Diabetes deutlich.
Alterung der Bevölkerung: Mit steigender Lebenserwartung steigt auch das Risiko für eine eingeschränkte Nierenfunktion.
Weil diese Risikofaktoren häufig schleichend entstehen und lange keine Beschwerden verursachen, wissen viele Betroffene lange nichts von ihrer Erkrankung.
Warum das jeden von uns betrifft
Chronische Nierenerkrankungen sind also kein „Fachproblem“ für Spezialist:innen. Globale Schätzungen zeigen:
Rund 1 von 7 Erwachsenen weltweit hat bereits eine Form von CKD.
Viele wissen nichts davon, weil die Erkrankung lange symptomlos bleibt.
CKD ist nicht nur ein Nierenproblem, sie erhöht auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich und steht in engem Zusammenhang mit den größten Volkskrankheiten unserer Zeit (z. B. Bluthochdruck, Diabetes).
Und selbst in Deutschland zeigt die epidemiologische Forschung: Etwa bis zu 10 % der erwachsenen Bevölkerung leiden an einer chronischen Nierenschwäche.
Diese Zahlen machen deutlich: Du, dein Partner, deine Eltern oder Freunde können betroffen sein oft ohne es zu wissen. Am Anfang merkt man es nicht. Doch die Konsequenzen sind ernst.
Was das für uns alle bedeutet
Nierenerkrankungen machen die Bedeutung von Prävention, Früherkennung und besserer Versorgungspolitik klar sichtbar. Frühe Diagnosen – etwa durch Blut- und Urintests – ermöglichen eine rechtzeitige Intervention, um das Fortschreiten zu verlangsamen oder zu verhindern, dass eine Dialyse überhaupt nötig wird.
Und für diejenigen, die trotz aller Vorsorge auf Dialyse angewiesen sind, zählt: Die Behandlung muss so sicher, stabil und gut verträglich wie möglich sein. Genau hier setzt unsere Arbeit bei Renephro an, mit dem Ziel, Dialyse patientenspezifischer, stabiler und besser verträglich zu machen.
Quellen:
GBD 2023 Chronic Kidney Disease Collaborateurs. (2025). Global, regional, and national burden of chronic kidney disease in adults, 1990–2023, and its attributable risk factors: A systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2023. The Lancet. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)01853-7
Schröder-Bergmann, S. L., & Rose, C. (2026, 14. Januar). Niereninsuffizienz, chronische (N18.9). Online-Medizinlexikon.




Kommentare